Daphni – Good Night Baby
Finde „Good Night Baby“ von Daphni auf plusfm, aus dem Album „Butterfly„.
Komponist : Caribou
Plattenfirma : Jiaolong
© 2026 Jiaolong
Stetig in Bewegung, wirkt Daphnis lang erwartetes Album Butterfly weniger wie ein Ankommen, als vielmehr wie die Jagd selbst. Es ist auf wunderbare Weise unberechenbar und entzieht sich jeder Kategorisierung. Nach einer vierjährigen Pause kehrt Daphni (Dan Snaith) auf sein eigenes Label Jiaolong zurück.
Indem er ein raueres und groovigeres Terrain erkundet, bekräftigt Snaith die Rolle Daphnis als seinen direktesten Draht zum Club – ein Ort, um Ideen zu kanalisieren, die schlichtweg gespielt und nicht kompliziert zerlegt werden wollen. Auf den ersten Blick scheinen die 16 Tracks des Albums keine offensichtliche Erzählung zu verfolgen.
Doch diese vermeintliche Zusammenhanglosigkeit hat Methode. Butterfly will kein glatt poliertes Album sein, sondern vielmehr wie ein sich in Echtzeit entfaltendes DJ-Set funktionieren, das seine Energie stetig neu kalibriert, um die Tanzenden in dauerhafter Bewegung zu halten.
Daphni – Good Night Baby
In ihrer Gesamtheit formen die Tracks sich zu einer verschwimmenden Nacht auf dem Dancefloor. Während sie zwischen Euphorie, Spannung und Emotion driften, verweilt die Musik nie lange genug an einem Ort, um vollständig greifbar zu werden.
Diese Entwicklung deutet sich bereits früh in Sad Piano House an, das Butterfly mit Daphnis 2022 erschienenem Album Cherry verknüpft: Seine geschmeidigen, melancholischen Klavierlinien verweben Niedergeschlagenheit und Vorwärtsdrang im selben Groove.
Lucky schleicht langsam voran, seine tiefen Impulse deuten eine Erlösung an, die nie ganz eintritt, während Miles Smiles mit einem so selbstbewussten, groovigen Loop kontert, dass man meint, er könnte endlos weiterlaufen. Josephine erweist sich als Masterclass in kontrollierter Desorientierung, die sich bis zum Zerreißpunkt dehnt, bevor absteigende Power-Akkorde mit bemerkenswerter Befriedigung landen.
Hang setzt auf eine federnde, hypnotische Repetition, die von plötzlichen Ausbrüchen farbenfroher Trompeten durchbrochen wird, wohingegen Talk To Me das Geschehen auf ein wummerndes, minimalistisches und wackeliges Tech-House-Drum-Pattern reduziert, durchsetzt von Momenten euphorischer Wärme.
Waiting So Long bietet den befreiendsten Höhepunkt des Albums – sein euphorisches Anschwellen und die spielerische Dynamik stehen für einen Moment voll reiner Freude. Mit Snaiths eigenem Gesang als Caribou verwischt der Track die Grenzen zwischen seinen Künstlernamen und führt eine zugängliche emotionale Klarheit ein, die unter dem Alias Daphni nur selten zu hören ist.
Good Night Baby drosselt das Tempo merklich und tauscht Euphorie gegen Intimität; seine weichen, liebevollen Klänge schaffen einen kurzen Moment des Runterkommens, bevor der Dancefloor unweigerlich wieder zum Leben erwacht. Letztlich überzeugt Butterfly nicht durch das Streben nach Kohäsion oder Perfektion, sondern durch die Hingabe an Erkundung, Bewegung, Anziehung und Loslassen. Es fängt den rastlosen, menschlichen Nervenkitzel der Tanzfläche mit bemerkenswertem Selbstvertrauen und Entschlossenheit ein.
© Benjamin Callman/Qobuz