Sven Wunder – Warmer Air
Hört euch „Warmer Air“ von Sven Wunder auf plusfm, aus dem Album „Daybreak„.
Komponist : Joel Nils Danell
Plattenfirma : Piano Piano
© 2025 Piano Piano
Die beiden Eröffnungssongs auf dem fünften Album des schwedischen Musikers und Komponisten Sven Wunder – „Setting Off“ und „Misty Shore“ – arbeiten Hand in Hand und steigern sich von einer flötenbetonten Atmosphäre zu vollendeten, bassgetriebenen Grooves, um eine kraftvolle Darstellung eines Sonnenaufgangs zu schaffen. Es kommt selten vor, dass ein Album einen der schönsten Momente der Natur so perfekt einfängt, geschweige denn die Zuhörer dabei in Staunen versetzt. „Daybreak“ gelingt dies in den ersten fünf Minuten.
„Daybreak“ repräsentiert einen Tag im Leben der Sonne. Der Titeltrack setzt die morgendliche Erfüllung mit einer beschwingten, weitläufigen Streicherprozession fort, untermalt von einfachen, aber eindrucksvollen Gitarren- und Flötenriffs und einer präsenten, fast funkigen Basslinie. Es ist wie eine Tasse Kaffee auf einem kühlen Campingplatz oder ein Sprung in einen tiefen, erfrischenden Pool für ein Workout zum Tagesbeginn. Die Flöte, virtuos gespielt von Per „Texas“ Johansson, spielt auf „Daybreak“ eine wichtigere Rolle als auf allen früheren Alben von Wunder. Passenderweise sorgt das Instrument für Ausgewogenheit im Übergang von Morgen zu Mittag auf „Still Moorings“ und für den wunderbaren Schwung von „Scenic Byway“.
Wunder, bürgerlich Joel Nils Danell, hat eine Gruppe von Musikern mitgebracht, um den Tag musikalisch zu gestalten. Erik Arvinder dirigiert die Streicher des Stockholm Studio Orchestra und verleiht der Platte mit „Resting Place“ und „Warmer Air“ einen beschwingten, fast federnden Klang, während die Sonne ihren Höchststand erreicht. Auch in „Turning Tides“ tragen die Streicher zum Sonnenuntergang bei. Heliocentrics-Mitbegründer und Schlagzeuger Malcolm Catto steuert brillante Rhythmen bei, die im letzten Stück von Mattias Ståhls Marimba (er spielt auf dem Album auch Vibraphon) ergänzt werden. Ein Tag voller Licht und Erleuchtung endet in den hellen, festlichen Klängen von „Liquid Mountains“ – ein Moment, der lediglich das Ende des Lichts, nicht aber des Bewusstseins selbst, markiert. Diese Art von Achtsamkeit und Ehrfurcht, die sich in der freudigen Betrachtung der alltäglichen Pracht widerspiegelt, macht es unmöglich, nicht gespannt auf das nächste Erscheinen der Sonne zu warten.
© Jeff Laughlin/Qobuz
Sven Wunder – Warmer Air